Forschungsprojekt DOKIQ zur Erkennung von Dokumentfälschungen

Das KI-Forschungsprojekt DOKIQ hat das Ziel, den Einsatz von KI in der automatisierten Erkennung von Dokumentfälschungen zu erforschen und in die Polizeiarbeit zu integrieren.

Gefälschte Dokumente und Identitätsbetrügereien sind in vielen Kriminalitätsbereichen allgegenwärtig. Potentielle Folgen einer defizitären Identitätsfeststellung sind beispielsweise die Verschleierung der Vorbereitung und Verübung schwerer Straftaten wie etwa terroristischer Anschläge. Ein KI-basiertes Assistenzsystem, das modernste Methoden der tiefen neuronalen Netze integriert, stellt eine effiziente Waffe gegen diese Art von Betrug dar. Intelligente und automatisierte Verfahren sollen die Dokumentenprüfung der Sachbearbeiter deutlich beschleunigen. Fälschungszusammenhänge und Serien sollen mit der KI schnell visualisiert und erkannt werden. Insgesamt soll das Projekt die Erkennung und Bekämpfung dieser Kriminalitätsform auf eine neue Stufe heben.

Aus wissenschaftlicher Sicht stellt das Projekt interessante Herausforderungen dar. An erster Stelle steht dabei die Integration des Domänenwissens der Sachbearbeiter in modernste Deep Learning Verfahren. Zu entwickeln sind tiefe Neuronale Netze, die eine effiziente Integration symbolischer KI erlauben (Neurosymbolic AI). Eine weitere Herausforderung besteht in der Verarbeitung sehr hochaufgelöster Bilder durch neuronale Netze. Die hohe Auflösung ist notwendig um Druckdetails, das Druckverfahren oder gar den Druckertyp zu erkennen. Außerdem müssen z.B. Wasserzeichen ausreichend gut erkennbar sein. Eine andere Form von KI ist notwendig, um Plausibilitätschecks auf sämtlichen, aus den Dokumenten extrahierten, Daten auszuführen. Mustererkennungsverfahren und geographische Visualisierungsverfahren müssen für die Erkennung von Fälschungsserien entwickelt werden. UI-Komponenten für die komfortable Eingabe und Analyse der Daten durch die Sachbearbeiter und effiziente Datenbanksysteme sind ebenfalls zu konzipieren.

Das Projekt läuft von April 2020 bis voraussichtlich Juli 2022. Projektpartner sind neben der HdM Stuttgart und dem LKA BW, die Bundesdruckerei Berlin (BDR) sowie die Landeskriminalämter Bayern und Hessen.